
Vorallem in Europa finden sich heutzutage vierlerorts und in vielerlei Art Nachbauten der Camera Obscura. Eine Auswahl mit entsprechenden Links finden Sie hier. Über Meldungen weiterer bekannter Camerae Obscurae freuen wir uns!
Deutschland:
Der Oybiner Uhrmachermeister Weber hatte 1852 die Idee, auf der nahezu höchsten Stelle des Berges Oybin, beim Kaiserbett, für Touristen eine Camera Obscura aufzubauen. Er errichtete einen kleinen 2,30 m hohen Turm, von welchem man eine gute Sicht in den Hausgrund, das Oybintal und zwischen Ameisenberg und Töpfer hindurch nach Zittau hatte. Auch die Touristen in unmittelbarer Nähe der Camera und auf dem Kaiserbett konnte man zur Freude der Beobachter in dem kleinen Turm verfolgen.
Die Marburger Camera befindet sich unterhalb des Landgrafenschlosses, aber dennoch mit gutem Ausblick oberhalb der Stadt. Sie war ursprünglich ein Projekt des Fachbereichs Physik der Philipps-Universität Marburg und wurde im Jahr 2002 anlässlich des 475-jährigen Universitätsjubiläums verwirklicht. Dank einer Öffnung von 240 mm und der damit verbundenen Lichtstärke werden bei guter Wetterlage sogar Nachtführungen angeboten.
Bereits am 23. Juni 1883 fand die Einweihung der von einem Mitglied des Hainichener Verschönerungsvereins gestifteten Camera Obscura auf dem Rahmenberg in der Gemeinde Hainichen statt. Das damals einfache kleine Holzhäuschen zu ebener Erde wurde 1906 erhöht und vom alten Standort einige Meter versetzt. 1985 wurde es für einen besseren Rundumblick unterbaut und erhielt das heutige Aussehen.
Camera Obscura von Paulo Frank Boer
Im Jahr 2002 hat der Künstler Paulo Frank Boer einen Bauwagen in eine begehbare Camera Obscura umgebaut. Das akustische und visuelle Kunstprojekt begann am 13.April 2002 mit dem Ziel die hör- und sehbaren Bauphasen des Museumbaus MARTa Herford zu dokumentieren. (Architekt: Frank O. Gehry. Direktor: Jan Hoet, inzwischen beendet).
Die Camera Obscura ist ein Bauwagen, der zu einem Projektionsraum umgebaut wurde. Seit Fertigstellung haben mehr als tausend Personen die Camera Obscura während unterschiedlichster Ausstellungen und Kunstaktivitäten besucht. Das belegt die Akzeptanz der mobilen und erfahrbaren Camera Obscura als eigenständiges Kunstobjekt, das nicht ausschließlich für einen bestimmten Standort oder Umgebung festgelegt ist. Wegen der großen Attraktivität steht der Bauwagen auch aktuell immer noch für Besichtigungen zur Verfügung.
Großbritannien:
Die "magische" Camera Obscura im Outlook Tower von Edinburgh stammt aus dem Jahr 1850. Nicht nur hier kann man seinen Spaß haben, indem man die Menschen auf der Straße beobachtet. Im Tower selbst befindet sich zudem das größte 3D-Hologrammdisplay Europas. Etwas kleinere sind im angegliederten Shop erhältlich.
Camera Obscura im Greenwich Oberservatory
1994 wurde eine moderne Camera Obscura in einem kleinen Sommerhaus neben dem Flamsteed House installiert. Schon immer waren in Greenwich Camerae Obscurae zu finden, insbesondere vom späten 17. Jahrhundert bis in die 1840er Jahre.
Camera Obscura, Douglas (Isle of Man)
Ursprünglich stand die historische "Great Union Camera" am alten "Iron Pier" der Douglas Bucht. Doch im Jahre 1870 wurde der Pier abgerissen und die Camera einige Zeit später umgesetzt. Seither befindet sie sich auf einem windigen Hügel oberhalb der Douglas Bay. Die Stärken dieser Camera Obscura liegen nicht in den bewegten Panoramen einer Großstadt, sondern vielmehr in den Attraktionen der Natur selbst: Die Details der Wiedergabe auf dem Projektionstisch umfassen windumspieltes Gras ebenso wie vorbeifliegende Seemöwen.
Camera Obscura, Aberystwyth (Wales)
Mit Großbritanniens längster und der einzigen walisischen Bergbahn geht es seit 1896 auf den Constitution Hill. Dort befindet sich auch eine besonders große Camera Obscura mit einem Linsendurchmesser von fast 36 cm. Wie die ganze technische Anlage, stammt auch die Optik aus Wales..
Der Foredown Tower wurde ursprünglich im Jahre 1909 als Wasserturm erbaut und bietet seit jeher einen wunderbaren Blick über die Landschaft von Sussex. Heute ist sie die noch einzige intakte Kamera im Südosten des Landes, und mit der unvergleichlichen Optik einer Camera Obscura macht es natürlich doppelt so viel Spaß, die Umgebung von exponierter Lage aus zu beobachten.
Die ursprüngliche Windmühle auf Corbelly Hill wurde um 1790 erbaut, wurde aber schon im Jahre 1830 durch die darunter liegende Wassermühle am Ufer des Nith unrentabel. Im Jahre 1834 schlug man eine Umwandlung vor, und so blieb das Gebäude vom Abriss verschont. In den beiden folgenden Jahren wurde die Windmühle um-, und eine "Camera Obscura" sowie ein Teleskop eingebaut. Man hatte gehofft, dass das Observatorium rechtzeitig für die Erscheinung des Halley"schen Kometen im Jahr 1835 fertiggestellt sein würde, aber der Bau des Teleskops verzögerte sich, so dass die Eröffnung schließlich erst im August 1836 stattfand.
Schweiz:
Mit der Wiedereröffnung des erweiterten und umgebauten Museums im Jahr 1995 wird die permanente Ausstellung "Cinécollection W. Piasio - Archäologie des Kinos" gezeigt. Im Rahmen dieser Ausstellung wurde der ehemalige Fischpavillion vor dem Museum Neuhaus zu einer Camera Obscura umgebaut. Dieser befindet sich zur Hälfte über dem kleinen Fluss Schüss. Bei einem Besuch der Camera Obscura sieht man Spaziergänger in der Schüss-promenade, Enten auf dem Fluss und Autos, die durch die entfernte Spitalstrasse fahren.
Österreich:
Camera Obscura auf der Rollfähre
Mit einem schönen Festakt wurde am 26. Juni 2004 die Camera Obscura von Olafur Eliasson auf der neu restaurierten Rollfähre offiziell eröffnet. Diese Fähre verkehrt im österreichischen Spitz in der Wachau über die Donau.
Portugal/Spanien:
Castelo de São Jorge, Lissabon (Portugal)
Wer Lissabon aufsucht, besteigt bei jeder Visite auch das Castelo de São Jorge, entweder zu Fuß oder mit einer der alten Trambahnen, um in jedem Fall den Blick über die ganze Metropole zu genießen.
Genau hier oben über der Stadt gibt es außer dem herrlichen Ausblick seit 1998 eine Camera Obscura, die ganzjährig zu besichtigen ist.
Cádiz ist weltberühmt für seine unzähligen Wachtürme. Der Tavira Tower, gebaut im barocken Stil des 18. Jahrhunderts, war Teil des Palastes des Marquis de Recaño.
Im Jahr 1778 wurde er zudem offizieller Beobachtungsturm der Stadt und seither ist er der höchste Aussichtspunkt der Stadt geblieben. Was liegt also näher, als dort eine Camera Obscura zu installieren?
Südafrika:
Observatory Museum. Grahamtown
Die einzige je in Südafrika gebaute Camera Obscura befindet sich in einem Victorianischen Gebäude, dem Ort, an dem der Besitzer und Erbauer selbst seinen Lebensabend verbrachte. Der Juwelier und Uhrmacher Henry Carter Galpin lebte von 1850 bis 1886 in Grahamstown und fand trotz seiner sieben Kinder noch genügend Zeit, seinen Interessen nachzugehen. Sein Wissen um Astronomie und Optik fanden im Bau der Camera Obscura den glanzvollen Höhepunkt.
Weitere umfassende Informationen zu Camera Obscura weltweit finden Sie hier!
Beitrag als PDF-Datei herunterladen